Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich :
Stichprobenmäßige Erfassung von Influenza-Virus Infektionen in Österreich (Sentinella-System)

in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien, Klinisches Institut für Virologie


aktualisiert am: 30-Mar-2010

Influenzasaison 2009/2010

Rückblick auf die erste Welle der Influenza A/H1N1v-Pandemie 2009/2010

Die erste Welle der Pandemie, hervorgerufen durch das Influenza A/H1N1v Virus ist abgeklungen. Was die Anzahl der Erkrankungen betrifft kann diese pandemische Grippewelle insgesamt betrachtet ähnlich wie eine saisonale Grippewelle eingestuft werden. Im Unterschied zu den Influenzawellen der vergangenen Jahre begann sie jedoch um 8-10 Wochen früher. Die Subtypisierung der nachgewiesenen Influenzaviren ergab, dass ausschließlich Influenza A/H1N1v Viren zirkulierten. Was die Zirkulation der saisonalen Influenza Virusstämme betrifft, so konnten bis jetzt in ganz Österreich nur zwei Fälle von Influenza B Virusinfektionen nachgewiesen werden.

Auch wenn die Anzahl der Erkrankungen während dieser ersten Welle der Pandemie vergleichbar war mit jenen der vergangenen Influenzasaisonen, so gab es doch beträchtliche Unterschiede das Alter und die Risikogruppen für schwere Erkrankungsverläufe betreffend.

Es erkrankten vorwiegend Kinder und junge Erwachsene, und dementsprechend fanden sich auch ungewöhnlich häufig schwere Krankheitsverläufe und Hospitalisierungen in dieser Altersgruppe. Aus diesen Daten geht hervor, dass sich das bekannte Spektrum der Risikogruppen verändert und erweitert hat. Neben den Schwangeren kristallisierte sich die Fettleibigkeit als ein weiterer und bisher völlig unbekannter Risikofaktor heraus (Body Mass Index BMI > 35). Die differenzierte Aufarbeitung und Betrachtung der klinischen Daten zeigt also, dass sich H1N1v-Infektionen in mehrfacher Hinsicht signifikant von Infektion mit saisonalen Influenzaviren unterscheiden.

Zum momentanen Zeitpunkt ist es sehr schwierig eine Aussage über zukünftige Entwicklungen zu treffen. Ob eine zweite Pandemiewelle kommen wird kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Asien nach dem Abklingen der H1N1v-Pandemie die Influenza B Virusaktivität zunimmt. Es ist daher für uns wahrscheinlicher, dass in nächster Zeit auch in Europa gehäuft Influenza B Virusinfektionen auftreten könnten.

Dank Ihrer Mitarbeit hat die Überwachung der Influenzaviren in Österreich sehr gut funktioniert und es uns ermöglicht das Auftreten des Influenza A/H1N1v Virus in Österreich zu erfassen und damit den Beginn und das Ende der Pandemiewelle genau zu bestimmen.

.

(Daten der MA15 in Wien, Gesundheitsamt der Stadt Graz und Influenza-Sentinellameldungen der Landessanitätsdirektion Tirol).

Krankenstandszahlen der MA 15 in Wien und des Gesundheitsamtes der Stadt Graz

1

grün = keine Influenza Virusaktivität in Österreich

gelb = vereinzelte Fälle von Influenza Virusinfektionen in Österreich

orange = wiederholte Fälle von Influenza Virusinfektionen in Österreich

rot = Grippewelle in Österreich

Daten Bundesländer:
Bundesland
Aktivität

grün = kein Virusnachweis in untersuchten Stichproben

gelb = Influenza Virus in einzelnen Stichproben nachgewiesen

rot = wiederholter Nachweis von Influenza Virus in Stichproben aus 2 aufeinanderfolgenden Wochen

Wien
1
Niederösterreich
1
Burgenland
1
Oberösterreich
1
Salzburg
1
Steiermark
1
Kärnten
1
Tirol
1
Vorarlberg
1

 

Epidemiologischer Trend Österreich:

Woche
Meldungsarchiv für Österreich
KW 12 Die erste Welle der Pandemie ist abgeklungen.
KW 11

Weiterhin ist in Österreich keine nennenswerte Influenzavirusaktivität feststellbar. Die leichte Zunahme an Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt ist wahrscheinlich auf die vermehrte Zirkulation von RSV und anderen respiratorischen Viren zurückzuführen.

KW 10 Die erste Welle der Pandemie ist vorläufig abgeklungen. Die diagnostische Überwachung wird wie jedes Jahr auch noch bis zum Ende der kalten Jahreszeit aufrecht erhalten. Keine nennenswerte Influenzavirusaktivität in Österreich. Weitere Abnahme der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippaler Infekt.
KW 09 Die erste Welle der Pandemie ist vorläufig abgeklungen. Die diagnostische Überwachung wird wie jedes Jahr auch noch bis zum Ende der kalten Jahreszeit aufrecht erhalten. Keine nennenswerte Influenzavirusaktivität in Österreich. Weitere Abnahme der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippaler Infekt.
KW 08 Die erste Welle der Pandemie ist vorläufig abgeklungen. Die diagnostische Überwachung wird wie jedes Jahr auch noch bis zum Ende der kalten Jahreszeit aufrecht erhalten.
KW 07 In Österreich wie in der Vorwoche Influenzavirus A/H1N1v-Aktivität im Abklingen. Die Ergebnisse der Subtypisierungen zeigen weiterhin keine Zirkulation von saisonalen Influenzaviren.
KW 06 Weiterer Rückgang der Influenzavirusaktivität in ganz Österreich. Im Raum Wien sinkende Tendenz der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippaler Infekt.
KW 05 In Österreich auch in dieser Woche Influenzavirusaktivität nur auf niedrigem Niveau.
KW 04 Abklingen der Influenzavirus A/H1N1v-Aktivität in Österreich.
Im Raum Wien wurde in dieser Woche eine Abnahme der Anzahl an Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt registriert
KW 03 Abnehmende Influenzavirusaktivität in ganz Österreich. Im Vergleich zur Vorwoche wurde eine weitere Zunahme der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippaler Infekt im Raum Wien festgestellt.
KW 02 In Österreich zirkuliert weiterhin das pandemische Influenzavirus A/H1N1v. In dieser Woche wurde wieder ein leichter Anstieg der Neuerkrankungszahlen an Grippe/grippaler Infekt im Raum Wien festgestellt.
KW 01 Die Anzahl der positiven Virustestungen bleibt auch in dieser Woche stabil (VORSICHT: Die geringere Anzahl der Vorwoche ist bedingt durch geringere, ferienbedingte Einsendungen der Testärzte.).
Auch in dieser Woche ist ein Rückgang der Anzahl an Neuerkrankungen im Wiener Sentinellasystem feststellbar. Bisher konnten bei den analysierten Influenza A/H1N1v- Viren keine Resistenzen gegenüber Neuraminidasehemmern nachgewiesen werden.
KW 53 Im Vergleich zur Vorwoche unveränderte Aktivität des Influenzavirus in ganz Österreich. Im Raum Wien weiter sinkende Tendenz der Zahlen von Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt.
KW 52 Weiterhin ist in ganz Österreich die Influenzavirusaktivität auf hohem Niveau, wobei die Erkrankungszahlen an Grippe / grippalen Infekt bereits rückläufig sind. Bis jetzt konnten ausschließlich Influenza A/H1N1v Viren nachgeweisen werden, weiterhin keine Zirkulation saisonaler Influenza A oder B Viren.
KW 51 In Österreich ist auch in dieser Woche eine deutliche Influenzavirusaktivität zu verzeichnen,
wobei die Zahlen der Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt bereits leicht rückläufig sind.
KW 50 Influenzavirusaktivität in Österreich weiterhin auf hohem Niveau. Bisher konnten bei keinem der analysierten Influenza A/H1N1v-Viren eine Resistenz gegenüber den Neuraminidaseinhibitoren Oseltamivir und Zanamivir nachgewiesen werden.
KW 49
Auch in dieser Woche hohe Influenzavirusaktivität in ganz Österreich. Des weiteren leichte Zunahme der Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt im Raum Wien. Die Ergebnisse der Subtypisierungen zeigten keine Zirkulation von saisonalen Influenzaviren, sondern ausschließlich von Influenza A/H1N1v.
KW 48
Weiterhin hohe Influenzavirusaktivität in ganz Österreich. Zunahme der Neuerkrankungen an Grippe/grippaler Infekt in allen Bundesländern.
KW 47
Zunehmende Influenzavirusaktivität in ganz Österreich. Alle Influenza-Erkrankungen werden durch das Influenza A/H1N1v verursacht, bisher keine Aktivität von saisonalen Influenza Viren nachweisbar.
KW 46
Im Rahmen der Abklärung von H1N1v-Verdachtsfällen in den österreichischen Referenzlabors ist es zu einem sprunghaften Anstieg an bestätigten Infektionen gekommen.
An einzelnen Tagen hat die Laboruntersuchung die klinischen Verdachtsdiagnose in 50 - 100 % der Fälle bestätigt.
Auch die epidemiologischen Überwachungssysteme in Wien und Tirol verzeichnen eine deutliche Zunahme an Neuerkrankungen (Grippe/grippaler Infekt) insbesondere in der Altersgruppe der 0 - 14-Jährigen.
Die vorliegenden Daten zeigen den Beginn einer Grippewelle - verursacht durch das neue Pandemievirus (H1N1v)- in Österreich an.

Mit freundlichen Grüßen
o.Univ. Prof. Dr. Franz X. Heinz

 

Meldungen aus dem Ausland:
Woche
Mitteilung
12
In Europa Influenzavirus Aktivität auf niedrigem Niveau. In Russland, Schweden und Italien Zirkulaiton von Influenza B Viren feststellbar.
11
In Teilen Südostasiens (Thailand, Bangladesch) und Westafrikas (Senegal, Elfenbeinküste) wird weiterhin
eine verbreitete Influenzavirus A/H1N1v-Aktivität verzeichnet. Die Zirkulation von Influenza-B-Viren breitet sich von Asien ausgehend weiter Richtung Westen aus. Auch im Iran, in Russland und in Schweden wurde eine zunehmende Influenza-B-Virusaktivität nachgewiesen.
10
Die Pandemiewelle ist auch international weitgehend abgeklungen, wobei bemerkenswert ist, dass neben China jetzt auch eine leicht zunehmende Influenza B Virusaktivität in Russland und in Regionen Afrikas gemeldet wird.
9
Europaweit niedrige Influenzavirusaktivität, auch in Nordamerika liegen die grippebedingten Konsultationsraten unter den epidemischen Schwellenwerten. In Ostasien derzeit Kozirkulation von Influenzavirus H1N1v und Influenza-B-Virus.
Ansteigender Trend an respiratorischen Erkrankungen in Myanmar, Thailand und Brunei Darussalam.
8
Geringe Aktivität der Influenzaviren in Europa und Amerika. In Afrika weiterhin meist nur sproadische Aktivität, auch wenn einige Länder Westafrikas eine leicht steigende Anzahl von Virusnachweisen melden. In Asien wird abklingende Aktivität von H1N1v-Viren gemeldet, jedoch konnte in China eine deutliche Zunahme an Influenza-B-Virusnachweisen verzeichnet werden. Auch die Anzahl an respiratorischen Infektionen in Asien sind weiter rückläufig, lediglich Thailand und Korea melden steigende Zahlen an Neuerkrankungen.
7
Influenzavirusaktivität in Europa nur mehr auf niedrigem Niveau. In fast allen europäischen Ländern wird die Influenzaintensität als niedrig eingestuft.
6
Europaweit Influenzavirusaktivität im Abklingen, nur mehr niedrige bis mittlere Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen feststellbar. In China in den letzten Wochen abnehmender Trend der Influenzavirus A/H1N1v-Aktivität bei gleichzeitigem Anstieg der Influenza-B-Virus-Zirkulation.
5
Polen und die Slowakei melden eine zunehmende Influenzavirusaktivität, wobei die Intensität an Influenza- ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Infekten als mittel angegeben wird. Bulgarien, Malta und Rumänien berichten ebenfalls über eine mittlere Influenzaintensität, in den restlichen europäischen Ländern wird die Intensität als niedrig eingestuft.
4
Weiterer Rückgang der Influenzavirusaktivität in Europa. Bulgarien, Malta, Polen und Rumänien berichten über eine mittlere Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen, in allen anderen europäischen Ländern wird die Influenzaintensität als niedrig eingestuft.
3
Polen berichtet über eine hohe Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen. In den anderen europäischen Ländern wird die Grippeintensität als mittel bis niedrig eingestuft. In Nordafrika und Südasien wird eine weit verbreitete Influenzavirusaktivität verzeichnet.
2
Europaweit zeigt sich ein gleichbleibend stabiler bzw. abnehmender Trend der
Influenzavirusaktivität. Frankreich, Estland, Irland, Rumänien und Grossbritannien (Schottland) berichten über eine mittlere Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen, in den übrigen Ländern wird die Intensität als niedrig eingestuft.
1
Weiterhin anhaltende Influenzavirusaktivität in Europa. Von Georgien, Polen, der Ukraine und Serbien wird über eine hohe Intensität an Influenza berichtet. Es dominiert das pandemische Influenzavirus A/H1N1v, andere Influenzaviren werden nur sporadisch nachgewiesen.
53
In Europa weit verbreitete Influenzavirusaktivität, wobei in vielen Ländern der Höhepunkt der Pandemiewelle überschritten ist. Ein immer noch ansteigender Trend wird von Georgien und Montenegro gemeldet. In den USA zeigt sich weiterhin eine abnehmende Influenzavirusaktivität.
52
Weiterhin steigende Influenzavirusaktivität in Ungarn und Montenegro, in den meisten Ländern Europas jedoch bereits abnehmende Aktivität der Influenzaviren.
51
In Europa meldeten Ungarn und die Slowakei einen Anstieg der Influenzavirusaktivität. Von Litauen wird weiterhin eine sehr hohe Intensität an Influenza berichtet. Ansteigender Trend ebenfalls in Japan, Hong Kong, im Nordwesten von Indien und in Sri Lanka. Mehrere europäische Länder registrieren eine sinkende Influenzavirusaktivität, darunter Deutschland, Belgien, die Niederlande, Italien und Grossbritannien.
50
Immer noch ansteigender Trend der Influenzavirusaktivität in mehreren Ländern Osteuropas, darunter Estland, Lettland, Ungarn, die Tschechische Republik und Slowenien. Griechenland und Litauen berichten über eine sehr hohe Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen. Es dominiert weiterhin das pandemische Influenzavirus A/H1N1v. Im Norden und Westen von Europa wurde auch in dieser Woche eine zurückgehende Influenzaaktivität gemeldet.
49
Sehr hohe Grippeintensität in Schweden, Russland und Moldawien. Zu einem weiterern Anstieg kam es auch in mehreren Ländern Osteuropas. In Island, Norwegen, Irland, Grossbritannien, den Niederlanden und Belgien scheint der Gipfel der Pandemiewelle bereits überschritten. Für Kanada und die USA wurde ebenso eine abnehmende Influenzaaktivität gemeldet.
48
In Europa großteils immer noch ansteigender Trend der Influenzavirusaktivität. Sehr hohe Intensität an Inluenza-ähnlichen Erkrankungen und/oder respiratorischen Erkrankungen in Italien, Schweden und Norwegen. Davon am meisten betroffen ist die Altersgruppe der unter 15-Jährigen.
47
Sehr starke Influenzavirus Aktivität in Norwegen, Schweden, Bulgarien, Island, Irland, Großbritannien, Ukraine und Russland. Erst geringe Aktivität in Aserbaidjan, Georgien
und den Baltischen Staaten.
46

Sehr hohe Influenzavirusaktivität in Nord-Amerika, 99% der Erkrankungen werden durch H1N1v verursacht. In Europa ebenso wie in Österreich stark zunehmende Aktivität der Influenza-Viren vom Typ H1N1v.

! Ihre Meinung - unser Feedback-Formular !

 

Go back


Diese Website wird, wie auch das Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) von Roche Austria GmbH gesponsert.

letzte Änderung am 30 March, 2010
© 2000-2010
Conception & Development by JaPa